Papierlose Fertigung bietet viele Vorteile

Wenn Sebastian Busch einen Satz in seiner Metallbaufirma nicht hören will, dann ist es dieser: „Das haben wir immer so gemacht.“ Ein starres Bewahren überkommener Strukturen kommt für den 31-Jährigen nicht infrage. Stattdessen ist der Chef der Mannheimer Firma AKV Metallbau GmbH ständig auf der Suche nach neuen Wegen, um sein Unternehmen mit den Mitteln der Digitalisierung noch effizienter und zukunftsfähiger aufzustellen. Ein wichtiger Baustein dabei ist LogiKal MES. Das innovative Produktionsleitsystem aus dem Hause Orgadata wurde kurz nach der BAU 2019 in dem 18-Mann-Betrieb installiert und ist seitdem eine große Stütze, um den Workflow in der Fertigungshalle weiter zu optimieren. Indem alle Arbeitsstationen miteinander vernetzt sind, gehören Zettelwirtschaft und die aufwändige Suche nach wichtigen Informationen in dicken Ordnern dank LogiKal MES der Vergangenheit an.

Die Geschicke der 1978 gegründeten Firma AKV Metallbau werden schon seit 2011 von Sebastian Busch geleitet, der – damals 22-jährig – die Nachfolge seines erkrankten Vaters antreten musste. Das Unternehmen, das am Anfang auch Kunststoff-Elemente im Portfolio hatte, hat sich inzwischen auf die Aluminium-Verarbeitung und Verglasungsarbeiten konzentriert. Dafür kommen ausschließlich Systeme des Profilherstellers Schüco zum Einsatz, aus denen Sebastian Buschs Team Fenster, Türen, Fassaden sowie Brand- und Rauchschutzelemente fertigt – vor allem für gewerbliche und öffentliche Kunden sowie für den gehobenen Wohnungsbau. Fertigung und Montage gehören gleichermaßen zum Leistungsspektrum der Firma.

Vier Terminals sind im Einsatz

Dabei gehe es nie um Massenproduktion, sondern meist auch um „anspruchsvollere, komplexere Konstruktionen“, so Busch. Wertvolle und verlässliche Dienste leistet dabei – und das schon seit vielen Jahren – Orgadatas Fensterbau-Software LogiKal. Besonders zu schätzen weiß der 31-Jährige LogiKals Schnittstellen-Anbindung zu den Programmen E·R·Plus (T.A. Project) und Athena (CAD-PLAN). Der Schritt, auch das MES-System zu implementieren, war für den Chef darum ein logischer und folgerichtiger. Im März 2019 war es dann so weit: Der komplette Werkstattablauf wurde umgestellt und die Arbeitsstationen untereinander sowie mit dem Leitstand im Büro vernetzt.

Die Digitalisierung hat nicht über Nacht in die Fertigungshalle von AKV Metallbau Einzug gehalten. Kontinuierlich wurde investiert, Hard- und Software aufgerüstet und der Maschinenpark modernisiert. Sogar ein moderner Barcode-Scanner-Handschuh kommt zum Einsatz. Die vier Terminals, auf denen LogiKal MES läuft, passen sehr gut in diese Digitalisierungsoffensive. Stationiert sind sie bei der Doppelgehrungssäge, beim Bearbeitungszentrum, bei der Rahmen-/Flügelmontage und beim Hochzeitsarbeitsschritt.

„Wir wollten einfach weg von den Papierbergen“

Doch was bringt das System? Für Sebastian Busch liegen die Vorteile klar auf der Hand. Bei großen Fassadenelementen beispielsweise, die aus mehr als 1000 Einzelteilen bestehen, kann der auszudruckende Werkauftrag schon mal bis zu 25 Seiten lang sein. „Das sind sehr viele Informationen, sehr weit verteilt. Vieles davon braucht der einzelne Mitarbeiter bei den unterschiedlichen Arbeitsschritten gar nicht. Das ist der Vorteil bei LogiKal MES: Die Informationen sind schon vorgefiltert.“ An der Säge kommen nur die Informationen an, die den Zuschnitt betreffen. „Da brauche ich noch keine Informationen zu Beschlägen oder Dichtungen, was man sonst im Zweifel überblättert. Stattdessen kommen nur die Informationen an, die wirklich relevant sind“, betont Busch, aus dessen Worten die Begeisterung für das System klingt. „Wir wollten einfach weg von den Papierbergen.“ Die Zeit, die für die Suche nach notwendigen Informationen draufging, kann seit der Installation gespart werden. Erst wenn ein Arbeitsschritt abgeschlossen ist, bekommt der Kollege „seine“ Informationen für den nächsten Schritt angezeigt. Die Verknüpfung von LogiKal MES mit den Herstellerkatalogen erlaube zudem einen einfachen und schnellen Zugriff – mit nur einem Klick.

Die Informationen an den einzelnen Arbeitsstationen werden von Sebastian Busch und einem Kollegen aus dem Büro im Push-Verfahren an die jeweiligen Terminals exportiert und bleiben stets transparent. Werden Projektzeichnungen aktualisiert, können alte Versionen einfach digital überschrieben werden – und der Mitarbeiter ist auf dem neuesten Stand. „Ändert der Architekt ein Raster ab, liegt nicht irgendwo eine alte Zeichnung vor, sondern es gibt nur den aktuellen Stand“, erläutert der Chef von AKV Metallbau. „Logikal MES reduziert die Fehlerquote, weil ein Informationsstand herausgegeben wird, der überall gleich ist.“ Weiterer Vorteil: Die oft zeitraubende Werkseigene Produktionskontrolle (WPK) wird durch LogiKal MES quasi nebenbei erledigt. „Es werden automatisierte Abfragen erstellt – so ist jeder Schritt nachvollziehbar.“

Ressource Zeit wird geschont

Dadurch, dass LogiKal MES umfassenden Überblick über jeden einzelnen Produktionsschritt bietet, leiste es Unterstützung bei einem der akuten Themen in der Branche. „Das ist die Herausforderung, den sehr schnell wechselnden Anforderungen gerecht zu werden. Die Vorlaufzeit wird immer geringer, die Ausschreibungen werden immer wieder neu aufgesetzt und oft dauert es ewig, bis eine Freigabe erfolgt. Nur der Fertigstellungstermin bleibt immer bestehen. Von der Auftragserteilung bis zur Freigabe geht ganz viel Zeit verloren und der eigentliche Part, Fertigung und Montage, wird immer kurzfristiger.“ Da kann es schon mal unübersichtlich werden. Weil LogiKal MES aber für effiziente Abläufe sorgt, wird die kostbare Ressource Zeit geschont.  

Dass sich Sebastian Busch und sein Team das MES-System nach einer kurzen Schulungsphase und Inbetriebnahme ganz zu eigen gemacht haben, wird schon an der ganz individuellen Handhabung der eigens mit Schutzrahmen ausgestatteten Monitore deutlich. Zwei davon wurden – mit TV-Liften versehen – an beweglichen Schwenkarmen in der Werkstatt angebracht und sind auf diese Weise flexibel positionierbar und nie im Weg.

System schafft Struktur

Die Anschaffung des MES-Systems war für Sebastian Busch ein strategischer Schachzug. Denn in der Digitalisierung von AKV Metallbau sieht er großes Wachstumspotenzial. Doch dafür brauche es als Fundament eine Struktur. Und die schaffe LogiKal MES – indem es Arbeitsabläufe vorgibt, systematisiert und automatisiert. „Lieber strukturiere ich das Ganze jetzt, statt erst zu wachsen und spätere größere Probleme lösen zu müssen“, so Busch, der sich vorstellen kann, seine LogiKal-MES-Lizenzen zu erweitern.

Überhaupt sei ein digital aufgestellter Metallbaubetrieb auch in Sachen Mitarbeitergewinnung konkurrenz- und wachstumsfähiger – weil interessanter für junge Menschen. „Mein Ziel ist es, aufzufallen, und mich von der einen oder anderen Werkstatt abzuheben“, so Busch. Mit den MES-Terminals, die das Leben des Metallbauers so viel leichter machen, gelingt ihm das sicher.

Ein Video zum Einsatz von LogiKal MES in der Firma AKV Metallbau gibt es hier